Ist ein Wein nun verdorben, hat er Muff oder Korken oder braucht er einfach noch ein wenig Belüftung?
Diese Fragen sind für Laien oft schwer zu beantworten, geschweige denn zu merken. Es kommt leider auch vor, dass ein Wein trotz Fehler ohne Beanstandung getrunken wird. Das sollte nicht passieren. Doch schon mit ein wenig Übung und Mut zum eigenen Urteilsvermögen, lässt sich diesen Manko beseitigen.
Hier zeigen wir Ihnen ein paar typische Weinfehler, die Sie vielleicht schon zuordnen können oder schonmal bemerkt haben.
Korkfehler Der Wein riecht modrig und schmeckt nach nasser Pappe und Holzrinde. Bei lang gelagerten Weinen kann es durchaus sein, dass der scheinbare anfängliche Korkton nach einigen Minuten wieder verschwindet. Sicher ist, dass er sich deutlich verstärkt, wenn er nicht verschwindet.
Madeira-/Luftton Bräunliche Verfärbung, Aromen von Madeira, Sherry, Backpflaumen. Der Wein ist oxidiert als Folge von undichtem Korken. Bis zu gewissem Grad ist der Wein noch trinkbar. Allerdings verstärkt sich der Fehlton mit der Zeit. Schon nach einer halben Stunden kann der Wein "gekippt" sein. Dann sollte man ihn weiter in die Soßenküche reichen.
Untypische Alterungsnote (UTA) Geruch von Mottenkugeln, alten Putzlumpen, stumpf. Tritt auf bei gestressten Reben durch zu hohe Erträge, Böden mit Nährstoffmangel o.a.. Dieser Fehler sollte bei kleinereren Bodegas ausgeschlossen sein, da ihre Erträge überschaubar sind und deswegen eine gute Versorgung der Reben gewährleistet sein sollte.
Schwefelböckser - Böckser Geruch nach faulen Eiern und verbranntem Gummi. Der Wein ist nicht mehr trinkbar.
Muffton oder Faulton Muffiger bis schimmliger Geruch, alte Pilze. Verursacht durch Pilze im Weinberg, die die reifen Trauben befallen haben oder unreinen Weinfässern. Auch dieser Wein ist ungeniessbar. Bei kleineren Bodegas wird die Lese der Trauben noch per Hand gemacht, somit ist eine gezielte Auswahl der Trauben möglich. Der Fehler sollte auch hier nicht auftreten.
Essigton
Verletzte Reben leiden unter hoher Inkektionsgefahr. Sind sie erstmal aufgeplatzt, setzt sich der natürliche Gärungsprozess in Gang und bietet den Essigsäurebakterien perfekte Vermehrungsbedingungen. Es passiert das gleiche, wie bei einer wochenlang offengelassenen Flasche Wein. Der Alkohol entwickelt sich mit Hilfe von Bakterien zu Essig. Dieser Fehler ist deutlich durch seinen beissenden Geruch erkennbar.
Mäuseln Der Wein riecht nach Ammoniak, durch Folge von zu geringer Säure im Wein und ungenügender Schwefelung. Der Wein ist ungeniessbar. Weg damit.
Weintrübungen
Können natürlicher oder chemischer Herkunft sein. Natürlich verursacht durch Bakterien und Hefen oder Fremdstoffe, chemisch verursacht durch Reaktionen von Proteinen, Schwermetallen oder Gerbstoffen.
Es geht letztendich darum, dass der Wein schmeckt. Wein ist ein lebendiges Produkt und verändert sich. Auch wenn sie den Fehler nicht genau zuordnen können, verzagen sie nicht. Es wäre nur schade einen Weinfehler irrtümlicherweise seinem Geschmack zu zu schreiben und den Wein damit zu verkennen.
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